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Schnellroda - 1949 bis 1990


1949

Die Ernte bringt 6o bis 80 Zentner Zuckerrüben pro Morgen. 15 bis 20 Zentner Getreide 1 Weizen pro Morgen. Der Stundenlohn des Gemeindedieners Kaminsky liegt bei 0,60 RM, einschließlich Nachtwache im Sommer von 23.00 Uhr bis 3.00 Uhr, im Winter von 22.00 Uhr bis 4.00 Uhr. Am 6.10.1949 beschließt die Gemeindevertretung den Bau eines Sportplatzes in Schnellroda an der Straße nach Karsdorf.


1950

unterrichtet der Lehrer Siegfried Örtel 110 Kinder im Rittergut in einem Klassenraum ( im Schichtbetrieb ). In diesem Jahr war es noch üblich, dass der Lehrer zu den Bauern zum Essen ging. Der zweite Lehrer Bönsch konnte das Bad des ersten Lehrers mitbenutzen, musste aber vier Briketts pro Bad mitbringen. 1950 wird der ehemalige Landkreis Querfurt aufgeteilt; daraus entstanden die Kreise Querfurt und Nebra. Teile gehen an die Kreise Merseburg und Eisleben.

1951

Am 13.1.1951 wird Joseph Hoschek aus Golzen hauptberuflich Bürgermeister in Schnellroda. Bäckermeister Walter Saal hat die Pacht des Backhauses noch inne. Backlohn: große Kuchen 25 Pfennig, kleine Kuchen und Plätzchen 15 Pfennig, Brot 20 Pfennig. Er strebt eine Backgelderhöhung an.

1953

Am 11.3.1953 erfolgt die Gründung der LPG ,,Neuer Morgen" Schnellroda. Werner Weidig wird am 2.3.1954 zum neuen Bürgermeister gewählt. Die seit 1949 geplante Erneuerung der Friedhofsmauer wird 1954 in Angriff genommen. Im gleichen Jahr macht sich die Generalreparatur des Wasserturmes notwendig, auch der Bau eines Gemeindekindergartens wurde begonnen. Die neue Konsumverkaufsstelle 372 ( Konsumbude ) wird im September 1954 eröffnet. Die Gemeindevertretung bemängelt am 25.12.1954 die administrative Arbeitsweise des Rates des Kreises.

Im Sommer 1955 wird die Generalreparatur des Wasserturmes beendet. Der Speicherraum beträgt jetzt 50 cbm. Am 5.12.1955 wird der Kindergarten eingeweiht ( 33 Kinder im Kindergarten und zehn Kinder in der Krabbelstube). Es wurden warme Mahlzeiten zum Preis von 30 Pfennig ausgegeben.

Preise vom 5. Oktober 1953

1 Pfd. Zucker 0,56 M

1 Pfd. Mehl 0,85 M

1 Pfd. Salz 0,15 M

1 Pfd. Graupen 0,34 M

1 Pfd. Nudeln 0,84 M

1 3-Pfd. Brot 0,78 M

1 Pfd. Zucker 1,45 M

1 Pfd.Malzkaffee 1,00 M

1 Tafelbrötchen 0,06 M

1 Paar Herrenlederschuhe 80,00 bis 120,00M

1 Zentner Weizen 40,00 M



1957

Am 13.10.1957 erfolgt der Geldumtausch. Im Dezember 1957 wird die Windmühle Schnellroda stillgelegt. Am 31.12.1957 sind 44 Bauern Mitglieder der LPG, die 193,62 ha bewirtschaften. Der private Sektor beträgt noch 318,30 ha. Am 31.12.1957 schließt die Windmühle Ramisch.

1958

Am 1.6.1958 werden die Lebensmittelkarten abgeschafft und am 20.6.1958 wird die LPG Typ I ,,Vereinte Kraft" gegründet. Erster Vorsitzender: Otto Pinkert. Bereits am 31.12.1958 haben beide LPG zusammen 102 Mitglieder mit einer Gesamtfläche von 488,41 ha (Typ I = 121,47 ha und Typ III = 366,94 ha). Der private Sektor beträgt 25,30 ha. Die Bäckerei Walter Saal schließt am 31.12.1958 endgültig. Die Einwohner holen ihr Brot entweder bei Bäckermeister Heinz Elste in Albersroda oder werden von Bäckermeister Münx, Kalzendorf versorgt, der zweimal wöchentlich Brot im ehemaligen Backhaus verkauft.

1959

wird eine Saalrenoviernng vorgenommen. Der Patenschaftsbetrieb der LPG Typ III, der VEB Chemische Werke Buna, unterstützt die Einwohner tatkräftig. Am 11.12.1959 ist Schnellroda vollgenossenschaftlich.

1960

Am 9.7.1960 wird die neue Selbstbedienungsverkaufsstelle in Schnellroda eröffnet, um deren Standort lange diskutiert wurde. 1961 pachtet Franz Schymanski, Mücheln, die Kirschbäume für 255 Mark.

1961

Am 1.7.1961 wird der Schunkenteich entschlammt, die Umfassungsmauer ausgebessert und die Ketten gestrichen. Dabei wird noch Kriegsmaterial aus dem Schlamm geborgen. Die Schulkombination Schnellroda-Albersroda wird in den Jahren 1966 bis 1972 etappenweise aufgelöst. Die Kinder besuchen seitdem die Zentralschule Steigra.

1974

Am 20.5.1974 erfolgt der Zusammenschluß der beiden Gemeinden zur Gemeinde Albersroda mit Ortsteil Schnellroda. Die Freiwillige Feuerwehr begeht am 2.10.1974 ihren 40. Gründungstag mit einer Festveranstaltung. Hartmut Rudat betreut 1974 / 75 die letzten Pferde in Schnellroda.

1975

wird der neue abgeteufte Bohrbrunnen in der Karsdorfer Straße an die 1,2 km lange Leitung angeschlossen und zwischen Schnellroda und Albersroda eine Ortsbeleuchtung gebaut. 1977 wird mit dem Bau eines neuen Sportplatzes zwischen Schnellroda und Albersroda neben der Baumschule Krebs begonnen. Im gleichen Jahr wird die neue Tankstelle in Schnellroda eröffnet sowie eine Kläranlage für die Gemeinschaftsküche gebaut.

1978

wird die Baumschule Krebs ausgerodet. Im gleichen Jahr wird die Umgehungsstraße in Schnellroda fertiggestellt, damit der Verkehr beim Kanalisationsbau umgeleitet werden kann. Die Teilkanalisation bis zum Pfarrhaus und in der Lindenstraße wird gebaut. Im ehemaligen Schulraum in der Lindenstraße wird eine Nähstube eingerichtet. Das andere Klassenzimmer wird als Wohnung genutzt. Die Straße von Schnellroda nach Albersroda wird mit einer Schwarzdecke überzogen. Die Schnellrodaer LPG-Küche liefert täglich 465 Portionen Mittagessen. Auch die Nachtschicht braucht auf warmes Essen nicht verzichten.Von Montag bis Freitag gibt es dreimal Fleisch und zwei Suppengerichte. Auch am Wochenende wird gekocht, wenn gearbeitet wird. Die Küche gehört zur LPG-P Albersroda. Am 31.12.1978 kommt es innerhalb weniger Stunden zu einem starken Temperatursturz von plus acht Grad auf minus 25 Grad Celsius mit Schneefall und katastrophalen Auswirkungen für die Landwirtschaft, den Bergbau, Reichsbahn usw. Die Nordbezirke sind noch stärker davon betroffen. Orte sind vom Schnee abgeschnitten und müssen durch Armee Hubschrauber versorgt werden.

1979

Am 14.2.1979 hat ein abermaliger Temperatursturz mit Schnee und Regen wiederum katastrophale Auswirkungen. 1979 wurden die alten Obstbäume am Schunkenteich ausgerodet und eine Grünanlage angelegt. Am neuen Sportplatz wird eine Mehrzweckhalle errichtet. Die Lindenstraße und die Pfarrgasse werden betoniert und am Schnellrodaer Schulplatz eine Grünanlage eingerichtet. Ab 1979 werden fünf Jahre lang laufend Kanalisierungsarbeiten durchgeführt. So wird in der Hauptstraße ab Pfarrgasse in Richtung Jüdendorf weiter am Kanal gebaut und danach die Straße asphaltiert.

1981

Am 4.1.1981 brannte die alte Konsumbaracke ab (wurde in der letzten Zeit als Jugendclub genutzt). Am 3.5.1982 wurde eine neue Dorfordnung mit Friedhofsordnung beschlossen. Hinter dem Graben wird eine Reihe Ahornbäume gepflanzt. Die LPG beginnt ihr neues Sozialgebäude zu bauen. An der Straße nach Albersroda wird mit dem Bau drei neuer Eigenheime begonnen. Auf dem Sportplatz wird der neue Jugendclub gebaut.

1984

erhält K. Selke die Genehmigung, die alte Windmühle abzureißen. Die Eigenheime von U. Böttcher, 0. Keck und U. Schneider, Hauptstraße 51, 52, 53, sind fertiggestellt. Zwischen den Ortsteilen Schnellroda und Albersroda wird der Bau einer neuen Wasserleitung in Angriff genommen.

1985

erhält der Kindergarten eine Zentralheizung. Die Familie H.-P. Putzer zieht in ihr neu erbautes Eigenheim, Hauptstraße 20, ( ehemals Saal ) ein.

1986

Am 31.12.1986 wird die mit Hilfe der LPG erbaute Kinderkrippe übergeben.

1987

Der Winter 1987 ist mit Temperaturen bis zu minus 27 Grad Celsius äußerst kalt und sehr schneereich. Die Kälte hält bis in den März hinein an. Die Bestellarbeiten in der Landwirtschaft verzögern sich. 1988 werden im Dorf Verschönerungs
arbeiten durchgeführt. Der Fußweg vor Kaminskys ( Hauptstraße 29 ) wird mit Gehwegplatten ausgelegt. Am 22.7.1988 genehmigt der Gemeinderat den Antrag der Post, vier Schließfachanlagen im Ort aufzustellen. Ab August erfolgt die Zustellung der Zeitungen und der Post nicht mehr über die Hausbriefkästen. Im Frühjahr werden die Toilettenanlagen in der Gaststätte ,Zum Schäfchen" neu aufgebaut und das Foyer neu gestaltet.Im November verursacht ein Eisregen große Schäden am Baumbestand. An fast allen Birken zwischen Schnellroda und Albersroda brechen die Kronen durch die Last des Eises ab. In anderen Gegenden sind die Schäden weitaus größer. In diesem Jahr erfolgte der Anschluß Schnellrodas an die neue Ringwasserleitung. Dadurch erhöht sich der Wasserdruck deutlich. Schäden an Boilern, Badeöfen und Wasserrohren sind die Folge. In den Jahren 1987 bis 1989 finden regelmäßig im Sommer Freilichtkinoveranstaltungen auf dem Sportplatz statt.

1989

wird der Schunkenteich entschlammt. Im Mai finden Wahlen zu den örtlichen Volksvertretungen statt.
Aus diesem Anlaß wird in einer Eingabe an die Gemeinde die Frage nach der längst überfälligen Umstellung des Energienetzes auf 380 Volt gestellt.
Eine weitere Eingabe, unterschrieben von vielen Bürgern, spricht zum wiederholten Male die starke Umweltverschmutzung durch das Zementwerk Karsdorf an. Der Betriebsdirektor, Herr Trautwein, antwortet. Danach liegen die Emissionswerte des Betriebes sowie die Immissionswerte des Einzugsgebietes im Toleranzbereich. Weitere Erläuterungen folgen. Zu einer ,,kurzzeitigen" verstärkten Staubbelästigung würden auch die überwiegend aus westlicher Richtung kommenden Winde beitragen. Diese Begründung konnte niemand so richtig akzeptieren.

Im Herbst 1989 ist die Neueindeckung des Kirchenschiffes geplant. Um die ursprüngliche Außenansicht der Kirche wieder herzustellen und außerdem Kosten zu sparen, beschließt der Kirchenrat, den Anbau der Kirche abzureißen. Der Anbau beherbergte die Grabstätte der Familie von Kannewurff. Die sterblichen Überreste wurden auf den Friedhof umgebettet. Nach der fachgerechten Schließung der Baulücke wurde dann das Dach des Kirchenschiffes neu eingedeckt.

Im Sommer organisierten die Anwohner der Pfarrgasse das 1. Pfarrgassenfest. Eingeladen waren alle Nachbarn und Gäste zu einer fröhlichen Feier.

Im November 1989 richten starke Stürme über Europa große Schäden an. Das neugedeckte Dach der Kirche wird in drei Sturmnächten innerhalb kurzer Zeit in Mitleidenschaft gezogen und muß repariert werden.

Das Jahr 1989 ist das Jahr der ,,Wende". Die manipulierten Ergebnisse der Wahlen vom Mai des Jahres täuschen über die wachsende Unzufriedenheit der Menschen hinweg. Im Frühsommer erscheinen in den Städten Flugblätter, die von Bürgerbewegungen und der Kirche verfaßt wurden. In diesen Schriften werden Programme zur Reformierung des Staates vorgestellt. Im August suchen viele Menschen Zuflucht in der Botschaft der BRD in Budapest, um ihre Ausreise in die Bundesrepublik zu erzwingen. Die Botschaften in Prag und Warschau werden ebenfalls ,,besetzt".
Am 10 / 11. September 1989 wird die ungarisch-österreichische Grenze geöffnet. Tausende zumeist junge Leute verlassen das Land in Richtung Westen. Die Machthaber müssen tatenlos zusehen, wie die Jugend das Land verläßt. Sie werden als Verräter und Republikflüchtlinge hingestellt. Doch die Mehrheit der Bevölkerung sympathisiert mit ihnen. Im Herbst 1989 formiert sich die Protestbewegung im Lande. Auch junge Leute aus unseren Orten beteiligen sich in Leipzig, Mücheln und Querfurt an Mahngottesdiensten . Am 7. Oktober ist die Lage aufs Äußerste gespannt. Viele erwarten ein blutiges Eingreifen der Stasi. Aber unter den Augen der Weltöffentlichkeit werden lediglich die Demonstrationen auseinandergetrieben und einzelne Verhaftungen vorgenommen, welche am anderen Tage aufgehoben werden. Die Demonstrationen in Leipzig werden immer stärker. Anfangs wird noch von Zusammenrottungen von Menschengruppen gesprochen, aber die Wahrheit lässt sich nicht verbergen. Die Demonstrantenzahlen werden lediglich in den Medien "frisiert". Die Regierung entschließt sich, Erich Honecker aus der Regierungsspitze zu entfernen. Egon Krenz ist der Nachfolger. Aber der Strom der Revolution reißt ihn hinweg. Als Übergangsregierung erweist sich H. Modrow anfangs als guter Kompromiß.

Der anfängliche Ruf nach "Deutschland einig Vaterland" wird immer lauter. Die Auflösung der verhaßten Stasi wird zur zentralen Forderung. Der Kanzler der Bundsrepublik Helmut Kohl erklärt seinen 10-Punkte-Plan, den viele für verfrüht halten.

1990

Für März 1990 sind die ersten freien Wahlen angekündigt, um die manipulierten Wahlerergehnisse vom Vorjahr zu korrigieren.
In den Medien tobt eine Art Schlammschlacht. Der erste Wahlkampf geht teilweise unter die Gürtellinie. Aus der Wahl vom 18. März geht die CDU als überraschend klarer Wahlsieger hervor. Die Macht der SED ist damit gebrochen. De Maiziere wird erster frei gewählter Ministerpräsident.

Als Bürgermeister von Albersroda/Schnellroda wird Wolfgang Weise gewählt. Die Vertreter des Gemeinderates werden ebenfalls neu gewählt. Im Frühjahr / Sommer wird nun endlich die Umstellung des Energienetzes auf 380 Volt realisiert.
Am 1.7.1990 tritt die angekündigte Währungsunion in Kraft. Jeder Bürger kann 4.000 Mark 1 zu 1 ( Rentner 6.000 Mark ), die übrigen Spareinlagen 2 zu 1 in DM umtauschen. Betriebe tauschen im Verhältnis 2 zu 1. Am 3. Oktober erfolgt die Wiedervereinigung beider Teile Deutschlands nach § 23 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.
In vielen Familien und Freundeskreisen wird dieser Tag besonders gewürdigt.

In Schnellroda wird an diesem Tage auf dem Backhausplatz eine Friedenseiche gepflanzt.

Das Jahr ist aber auch geprägt von Betriebsschließungen, Umprofilierungen und damit verbundenen Entlassungen bzw. Kurzarbeit. Die meisten Betriebe halten der freien Marktwirtschaft nicht stand. Sie müssen Konkurs anmelden.
Andererseits entstehen aber auch viele neue Gewerbebetriebe.



Auszug aus der Jubiläumsbroschur 1992
850 Jahre Gemeinde Albertsroda - Schnellroda





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